Alle Informationen zur Installation eines Kaminofens.

Die Installation eines Kaminofens sollte immer ein Fachmann übernehmen.

Für die Installation eines Kaminofens ist der Fachhandel zuständig. Er übernimmt alle Aufgaben und berät sie in sämtlichen Fragen. 

Jeder Kaminofen sollte entsprechend seiner Anleitung und unter Einhaltung der geltenden Normen und Vorschriften installiert werden. In Deutschland ist der Kaminofen vor der Inbetriebnahme dem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister zur Abnahme anzumelden.

Der richtige Aufstellungsort
Überprüfen Sie, ob die Tragfähigkeit der Aufstellfläche ausreicht. Gegebenenfalls kann die Tragfähigkeit durch Verwendung einer Bodenplatte zur Lastverteilung erhöht werden. Diese Auskünfte erhalten Sie von Ihrem Architekten oder einem Statik-Sachverständigen.

Genügend Zuluft
Bei gut abgedichteten Fenstern und Türen besteht die Möglichkeit, dass die Zufuhr von Verbrennungsluft nicht ausreichend gewährleistet ist. Dies kann das Zugverhalten des Kaminofens und des Schornsteins beeinträchtigen. In diesem Fall braucht der Kaminofen eine externe Verbrennungsluftleitung und sollte raumluftunabhängig angeschlossen werden.

Besonderheiten bei Lüftungsanlagen und/oder Dunstabzugshauben
Soll in einem Wohnraum neben einer Lüftungsanlagen und/oder einer Dunstabzugshauben auch ein Kaminofen angeschlossen werden, kann bei der Benutzung des Ofens ein Unterdruck entstehen. Dieser Unterdruck kann zu einem Austritt von gefährlichen Rauchgasen führen. Denn: normalerweise entnimmt der Kaminofen die zur Verbrennung nötige Luft aus dem Wohnraum. Bei gleichzeitigem Betrieb mit einer Lüftungsanlage oder einer Dunstabzugshaube, kann es unter Umständen aber dazu kommen, dass in dem Wohnraum nicht genügend Luft vorhanden ist und der Kaminofen zusätzlich Luft entzieht. Dann kommt es zu einem Unterduck und Rauchgase  gelangen in den Wohnraum. Um dies zu verhindern, können Sie Ihren Kaminofen mit einer externen Luftleitung versorgen und so unabhängig von den Luftverhältnissen in dem Aufstellungsort anschließen. Der Kaminofen brennt dann sicher und unabhängig von den Druckverhältnissen im Wohnraum. Die Kaminöfen, die mit einer externen Luftversorgung installiert werden, heißen "raumluftunabhängige Kaminöfen". Sie sind nach den Zulassungskriterien des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) geprüft. Sie zeichnen sich durch eine hohe Dichtheit, eine selbsttätig dichtschließende Feuerraumtür und einen externen Verbrennungsluftanschluss aus. Ist zusätzlich zur Wohnungslüftungsanlage eine Dunstabzugshaube mit Abluft in Betrieb, ist diese mit einer weiteren Sicherheitseinrichtung, z. B. mit einem Fensterkontaktschalter, abzusichern.

Der passende Schornsteinanschluss
Jeder Kaminofen muss an einen geeigneten Schornstein angeschlossen werden. In der Regel ist eine Höhe von 4,5 m ausreichend. Die „wirksame Schornsteinhöhe” ist der Abstand zwischen der Abgaseinführung in den Schornstein und der Oberkante des Schornsteinkopfes. Die Temperaturklasse der Abgasanlage (Schornstein plus Rauchrohr) muss mindestens T400 rußbrandbeständig sein. Ob Ihr Kaminofen an einem Schornstein betrieben werden darf, an dem weitere Feuerstätten angeschlossen sind, entnehmen Sie der Bedienungsanleitung Ihres Kaminofens. Der Schornsteinquerschnitt sollte dem Querschnitt des Rauchrohres entsprechen. Ist die wirksame Schornsteinhöhe zu gering und/oder der Schornsteinquerschnitt zu groß oder zu klein, kann dies das Zugverhalten beeinträchtigen. Der notwendige Förderdruck (Schornsteinzug) für Ihr Kaminofenmodell sollte in der Bedienungsanleitung angegeben sein. Bei einem höheren Förderdruck als angegeben steigen die Emissionen der Feuerstätte. Die Feuerstätte wird dadurch stark belastet und kann Schaden nehmen. Zur Begrenzung des Förderdrucks können eine Drosselklappe oder ein Förderdruckbegrenzer hilfreich sein. Fachhändler und Schornsteinfeger können die genauen Werte mit einer Schornsteinberechnung nach EN 13384-1/2 ermitteln.

Der Rauchrohranschluss
Der Durchmesser des Rauchrohres sollte dem Durchmesser des Kaminofenstutzens entsprechen. Alle Rohrstücke müssen an den Verbindungsstellen passgenau gesteckt sein. Wir empfehlen die Verwendung von Rohrbögen mit Reinigungsöffnung. Das Rauchrohr muss am Schornsteineingang gut abgedichtet werden. Es darf nicht in den inneren Querschnitt des Schornsteins hineinragen, um den Rauchabzug nicht zu behindern. Bei raumluftunabhängigem Betrieb ist der Rauchrohranschluss am Schornstein gasdicht anzuschließen und mit einer geeigneten Dichtschnur und hitzebeständigem Silikon abzudichten. Am Rauchrohrstutzen sowie bei mehrteiligen Rauchrohranschlüssen sind alle Verbindungsstellen abzudichten.

Der Anschluss der Zuluft
Die Zufuhr der Verbrennungsluft in den Feuerraum sollte bei Kaminöfen ausschließlich über ein bauseitiges Zuluftrohr und die Rohrverbindungen erfolgen. Zur Überprüfung und Reinigung muss eine Revisionsöffnung vorhanden sein. Die gesamte Zuluftleitung muss luftdicht sein. An der Eintrittsöffnung ist die Montage eines Kleintier-Schutzgitters sinnvoll. Achten Sie aber darauf, dass der erforderliche Lufteintrittsquerschnitt erhalten bleibt.

Optional: eine Drosselklappe
Die Drosselklappe ist ein optionales Bedienungselement. Sie ist im Rauchrohr angebracht und dient der Regulierung des Rauchgasstromes. Auf diese Weise verringert sie die Abbrandgeschwindigkeit. Steht der Griff der Drosselklappe quer zum Rauchgasrohr, ist der Abgasstrom maximal gedrosselt. Bei erhöhtem Förderdruck der Schornsteinanlage ist der Einbau einer Drosselklappe empfehlenswert. Bitte beachten Sie hierzu die länderspezifischen, gesetzlichen Bestimmungen. Tipp: Bevor die Feuerraumtür während der Brennphase geöffnet wird, sollte vorher die Drosselklappe geöffnet werden.